Über wenig und viel Veränderung.

Ich liebe Veränderung.

Ich liebe es, mein Zimmer zu verändern, Dinge zu verrücken. Bis sie mir wieder besser gefallen und ich das Gefühl habe: „da gehören sie hin.

Ich liebe es, meinen Haarschnitt immer und immer wieder zu verändern. Obwohl ich längst weiß, dass mir der Pony beim vierten Versuch auch nicht besser stehen wird als davor. Manchmal finde ich einfach, dass meine Haare nicht mehr aussehen wie Ich. Nicht mehr passen. Wenn ich mein Leben verändere, müssen eben auch die Haare mitziehen.

Ich liebe es, meinen Kleiderstil umzuändern, ihm eine neue Note zu geben. Eine Besondere. Die zu dem Zeitpunkt zu meiner jeweiligen Lebenslage und Gefühlsauffassung passt.

Ich liebe es, mich zu ändern. Liebe Rollenschlüpfen, das Schauspiel.

Vor ein paar Jahren habe ich unglaublich gerne Printshirts getragen. Rockige, dunkle Kombinationen. Ich war die Rebellin, die endlich erwachsen werden wolle. Irgendwann wusste ich: Isa, das steht dir nicht mehr, das passt nicht.Ich wusste: ich habe mich verändert und wollte auch, dass Andere das wissen.

Ich fing an, zeitgleich mit meinem ungewissen Neustart in Neuseeland, einfarbige Shirts zu lieben. Ich fand sie waren pur. Und, ebenso wie ich zu der Zeit: ein unbeschriebenes Blatt, das darauf wartete, mit Farbtupfern übersät zu werden.

Oder Glitzer. Als ich mich in die Mentalität der Neuseeländer eingelebt hatte, begann ich, sämtliche Jeanshosen und unbequeme Kleidung aus meinem Schrank zu werfen. Das passierte einfach. Denn in Neuseeland lebt es sich bequem und unkompliziert. Warum sich in einem bequemen Land also unbequem fühlen?

Damit meine ich, man fühlt sich wohl. Statt den engen Jeans trug ich nur Leggins (in Nullkommanichts war ich gestartet von einer bei mindestens zehn). Und statt den kalten, schwer kombinierbaren Croptops zog ich einfache, schlichte T- Shirts an. Zu der Zeit fühlte ich mich wohl so. In 90 Prozent der Fälle hatte ich übrigens meine Nikes an, anstelle der blasenbescherenden Heels.

Seit sich mein Leben wieder einmal komplett überschlagen hat, bin ich nun, wo ich momentan bin. Ich fand einfarbig war zu langweilig und einseitig für so ein verrücktes und vielseitiges Mädchen. Ich mag jetzt zwei Farben. Und das Hauptmerk auf einem einzigen Detail. Die verspielte und verträumte Variante.

Vielleicht sehe ich mich in ein paar Jahren wieder in einer ganz anderen Rolle. Nein, nicht vielleicht. Mit großer Sicherheit werde ich in wenigen Wochen zur „seriously busy woman, denn dann startet mein Studium hier in Köln…

Ich liebe es, mich zu verändern. Mich abzuändern, aufzuändern. Manchmal nur ein Wenig und ein anderes Mal ganz viel. Eben so viel, dass ich mich wie Ich fühle.

Ich liebe das Rollenschlüpfen, Schauspiel…

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                                                             B.☆

Nur ein Versuch.

Ich schließe meine Augen. Und lasse mich ein auf was auch immer kommen wird. Lasse mich treiben. Es ist ein Zeichen meines Vertrauens. Es ist Loslassen. Loslassen von falschen Blicken, von falschen Bildern.

Von allem, was Gefahr laufen könnte, das Licht zu trüben. Dein Licht.

Das Licht, das von innen heraus scheint. Das einzig ehrliche Licht.

Ich spüre deinen Blick auf mir lasten. Halte dennoch meine Augen geschlossen. Ich spüre deinen Atem auf meiner Haut. Dein heißer, lauter Atem, der immer näher kommt. Ein Annäherungsversuch.

Ich spüre wie sich deine Lippen in meine Wangen brennen, die Wärme durchflutet meinen ganzen Körper. Die Zärtlichkeit, die mir ein Gefühl von Heimat gibt. Bei dir fühle ich mich Zuhause. Und doch so weit weg von Allem. So weit weg von aller Realität und dem Ernst des Lebens.

So nah an Allem, was ich mir jemals erhofft habe.

Jetzt will ich dich doch ansehen. Ich will sehen, mit welchen Augen du mich ansiehst. Ich blinzle mit meinem linken Auge, das rechte will einfach nie. Und sehe direkt in das tiefe, vertraute Braun deiner Augen. Ein Blick in die Seele vielleicht. Ein Lächeln, ein echtes.

Und ein schweres Aufatmen, kurz bevor du einschläfst und mir entweichst…

Ich kann nicht schlafen, du hältst mich davon ab. Meine Unersättlichkeit hält mich davon ab. Ich will dich sehen, hören, fühlen…

Du drehst dich um, drehst dich weg. Kehrst mir den Rücken zu, wendest dich ab. Es ist beinahe verletzend, deinen Rücken vor mir zu haben.

Es ist so abwendend.

Und so zuwendend, wenn du dein Gesicht wieder zu mir drehst.

Du sagst, du schläfst so besser. Wie absurd Gedanken doch sein können.

Und wie meine einfach nie damit aufhören können, immer eine Begründung für Etwas zu suchen. Scheinbar ein Geheimgang.

Ich bin eben empfindlich. Vor allem, wenn es um Dich geht.

Das ist nur ein Versuch. Ein Experiment, kein Beleg.

Ein Versuch, in Worte zu fassen, was ich für Dich empfinde.

howpretty

Mydarlingetmoi

B.☆

Von Rosen und Sumpfdotterblumen.

„Wer sich viel vornimmt, dem kann auch viel misslingen.“ -Mark Twain

Pläne schmieden- nicht meine Stärke.

Wie oft sehen wir Potential für Veränderung im Alltag.

Oder wie oft haben wir Dinge vor Augen, die wir uns sehnsüchtig herbeiwünschen.

Wie oft planen wir diese Dinge Wochen und Monate im Voraus. Dafür wird in vielen Fällen ein detaillierter, strukturierter und scheinbar konstruktiver Plan herbeigezaubert, an den wir versuchen uns möglichst diszipliniert zu halten. Und wie oft sind dann genau diese Pläne unerledigt in den Mülleimer gewandert…

An was das wohl liegt? Meist driftet man mit seiner Vorstellungskraft doch ein bisschen ab – auf meiner To- do Liste steht seit Monaten schon: Eine neue Speicherkarte für mein Handy anlegen.

Wahrscheinlich würden 99% meiner engen Freunde darauf tippen, dass ich immer noch jedes Mal, wenn ich ein Bild schießen will, von neuem feststelle, dass da doch gar kein Platz vorhanden ist.

Oft neigt man dazu, über seine eigenen Grenzen hinaus schießen zu wollen und sich unrealistische Ziele zu setzen, weil man es dann doch zu gut meint mit seinen revolutionären Gedanken…

Allbekannt ist es taktisch klüger, die Messlatte ein wenig niedriger zu setzen, sodass sie für einen einfacherer erreichbar ist. Denn wie groß ist die Enttäuschung, wenn das, was doch mit so viel Mühe und Zeitaufwand ausgeklügelt wurde, nicht eintrifft!

Kennt ihr das, wenn man sich umso mehr gegen jene Dinge sträubt, die doch so sehr von einem erwartet werden?

Erwartungen sind immer mit zwei Dingen verbunden: Druck, und Angst davor, man könne die Erwartungen anderer oder auch welche man sich selbst anmaßt, nicht erfüllen. Ständige Erinnerungen nerviger Mütter oder auch nicht das Heben des Lautstärkenpegels ist da ein Heilmittel.

Welchen Weg ich bevorzuge? Situationen, die ich selbst auch will. Und zwar in genau diesem und keinem anderen Moment.

Und Dinge von denen ich weiß, dass wenn ich sie im Jetzt erledige, sie in der Zukunft etwas verändern werden. Somit dienen diese, so klein sie auch zu diesem Zeitpunkt erscheinen mögen, etwas Größerem, auf das man sich langsam hin arbeiten will. Und wo man ein Ziel hat vor Augen, da auch ein Weg, richtig?

Also: sich mit kleinen Schritten auf das große Ziel herantasten, statt sich mit Riesenschritten auf eine Riesenkatastrophe zuzubewegen.

Somit habe ich mittlerweile nicht nur eine To- do Liste auf meinem Schreibtisch, sondern auch noch eine extra angelegte Liste in meiner Handtasche. Damit erhoffe ich mir, dass wenn ich die Liste vor Ort sehe, sich mir die Möglichkeit bietet, einen Besuch in einem Handyshop zu wagen.

Vieles erwartet man aber nicht nur von sich selbst in Übermaßen, sondern auch von anderen erwartet man oft zu viel. Werden deine Ideale von anderen Seiten nicht im gleichen Maße hochgeschätzt, gilt das als moralischen Verstoß, richtig?

Auch was Freunde und sogar potentielle Partner angeht, kann ich mein unglückliches Planen oft nicht sein lassen. Eigentlich immer schleicht sich da eine dumme Idee in mein Hinterkopf, lässt sich da nieder, und macht von da aus auch kein Platz für Andere. So schöne Vorstellungen, die ich mir da ausmale, und oft so hässliche Ausgangssituationen, bei denen es mir im Nachhinein noch graut. Bekommt man statt den romantischen Rosen dann halt doch nur Sumpfdotterblumen schlägt sich da bei solch einem Misslingen auch schon die Enttäuschung in großem Bande breit. Denn es entspricht ja nicht meinen „Bilderbuch- Ausmalungen“ …

Tja, so leider oft mein unerquickliches Denkschema. Da frägt man sich doch, ob man es nicht lieber sein lassen sollte mit dem Planen und Ausdenken von Bilderbuchgeschichten. Damit meine ich natürlich auch nicht, dass man sich einfach darauf verlassen kann, dass Dinge irgendwann einfach so vom Himmel fallen und einem direkt in die Hände… Man muss schon gewisse Turbinen ankurbeln, um andere in Bewegung zu setzen. Aber sich einfach mal überraschen zu lassen vom Leben. Ist das nicht sowieso ständig so? Dass Dinge passieren, mit denen man überhaupt nicht gerechnet hat. Und sind genau diese nicht die glücklichsten Momente?

Wäre alles voraussehbar, wäre das Leben doch auch langweilig, oder nicht. Vorstellungen, so schön sie auch sein mögen, grenzen uns oft ein und halten uns davon ab, vollkommen urteilsfrei und offen zu sein.

Je freier desto besser richtig, also: Befreiung von zu großen Plänen und Vorstellungen ist der erste Schritt zur Freiheit.

John Lennon hat meine Gedanken damals in nur wenige Worte zusammengefasst:

„Das Leben ist, was passiert, während wir eifrig dabei sind, andere Pläne zu machen.

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 B.

Genug und ein bisschen mehr.

Der Anfang ist schwer. Wie alle es sind.

An – fang. Was soll gefangen werden? Freunde?

Wäre schon einmal ein Anfang jedenfalls.

Fangen würde ich mir gerne so vieles hier. Fangen kann man eigentlich alles, das man nur will. Ich will mir einen Hund, einen guten Start in mein Studium, und das Café YO am Brüsseler Platz fangen.

Manchmal will ich noch so viel mehr fangen, vielleicht manchmal zu viel des Guten. Und zu viel ist doch nie wirklich gut…

Zu wenig leider auch nicht. Aber genug ist in jedem Fall gut.

Genug von Allem. Und von Allem ein Bisschen. Der Optimalfall.

Viel zu spät weiß ich, dass ich vorher genug von Allem hatte, und sogar noch ein bisschen mehr. Das Blöde ist doch, dass man immer erst dann, wenn man zu wenig hat, merkt, dass man vorher genug hatte. Oder sogar manchmal ein bisschen mehr.

Wie soll ich denn auch wissen, was ich habe. Mit wem soll man sich denn vergleichen? Etwa mit Menschen, die nichts von Allem haben, oder mit denen, die von allem ein bisschen zu viel haben?

Am Besten mit Niemandem. Vielleicht sollte man sich mit sich selbst vergleichen. Manchmal mache ich das. Ich schaue, wie mein Anfang in Neuseeland war, und wie mein Ende. Ich vergleiche mich jetzt mit damals, als ich auf eine neue Schule gewechselt habe. Und ich merke, dass sich nichts verändert hat. Aufregung. Ungewissheit. Ein bisschen Angst- und ein bisschen Vorfreude. Ein bisschen von Allem. Und vielleicht sogar ein wenig Mehr.

Der Anfang ist schwer. Wie alle es sind.

huf

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B.☆