Von Rosen und Sumpfdotterblumen.

„Wer sich viel vornimmt, dem kann auch viel misslingen.“ -Mark Twain

Pläne schmieden- nicht meine Stärke.

Wie oft sehen wir Potential für Veränderung im Alltag.

Oder wie oft haben wir Dinge vor Augen, die wir uns sehnsüchtig herbeiwünschen.

Wie oft planen wir diese Dinge Wochen und Monate im Voraus. Dafür wird in vielen Fällen ein detaillierter, strukturierter und scheinbar konstruktiver Plan herbeigezaubert, an den wir versuchen uns möglichst diszipliniert zu halten. Und wie oft sind dann genau diese Pläne unerledigt in den Mülleimer gewandert…

An was das wohl liegt? Meist driftet man mit seiner Vorstellungskraft doch ein bisschen ab – auf meiner To- do Liste steht seit Monaten schon: Eine neue Speicherkarte für mein Handy anlegen.

Wahrscheinlich würden 99% meiner engen Freunde darauf tippen, dass ich immer noch jedes Mal, wenn ich ein Bild schießen will, von neuem feststelle, dass da doch gar kein Platz vorhanden ist.

Oft neigt man dazu, über seine eigenen Grenzen hinaus schießen zu wollen und sich unrealistische Ziele zu setzen, weil man es dann doch zu gut meint mit seinen revolutionären Gedanken…

Allbekannt ist es taktisch klüger, die Messlatte ein wenig niedriger zu setzen, sodass sie für einen einfacherer erreichbar ist. Denn wie groß ist die Enttäuschung, wenn das, was doch mit so viel Mühe und Zeitaufwand ausgeklügelt wurde, nicht eintrifft!

Kennt ihr das, wenn man sich umso mehr gegen jene Dinge sträubt, die doch so sehr von einem erwartet werden?

Erwartungen sind immer mit zwei Dingen verbunden: Druck, und Angst davor, man könne die Erwartungen anderer oder auch welche man sich selbst anmaßt, nicht erfüllen. Ständige Erinnerungen nerviger Mütter oder auch nicht das Heben des Lautstärkenpegels ist da ein Heilmittel.

Welchen Weg ich bevorzuge? Situationen, die ich selbst auch will. Und zwar in genau diesem und keinem anderen Moment.

Und Dinge von denen ich weiß, dass wenn ich sie im Jetzt erledige, sie in der Zukunft etwas verändern werden. Somit dienen diese, so klein sie auch zu diesem Zeitpunkt erscheinen mögen, etwas Größerem, auf das man sich langsam hin arbeiten will. Und wo man ein Ziel hat vor Augen, da auch ein Weg, richtig?

Also: sich mit kleinen Schritten auf das große Ziel herantasten, statt sich mit Riesenschritten auf eine Riesenkatastrophe zuzubewegen.

Somit habe ich mittlerweile nicht nur eine To- do Liste auf meinem Schreibtisch, sondern auch noch eine extra angelegte Liste in meiner Handtasche. Damit erhoffe ich mir, dass wenn ich die Liste vor Ort sehe, sich mir die Möglichkeit bietet, einen Besuch in einem Handyshop zu wagen.

Vieles erwartet man aber nicht nur von sich selbst in Übermaßen, sondern auch von anderen erwartet man oft zu viel. Werden deine Ideale von anderen Seiten nicht im gleichen Maße hochgeschätzt, gilt das als moralischen Verstoß, richtig?

Auch was Freunde und sogar potentielle Partner angeht, kann ich mein unglückliches Planen oft nicht sein lassen. Eigentlich immer schleicht sich da eine dumme Idee in mein Hinterkopf, lässt sich da nieder, und macht von da aus auch kein Platz für Andere. So schöne Vorstellungen, die ich mir da ausmale, und oft so hässliche Ausgangssituationen, bei denen es mir im Nachhinein noch graut. Bekommt man statt den romantischen Rosen dann halt doch nur Sumpfdotterblumen schlägt sich da bei solch einem Misslingen auch schon die Enttäuschung in großem Bande breit. Denn es entspricht ja nicht meinen „Bilderbuch- Ausmalungen“ …

Tja, so leider oft mein unerquickliches Denkschema. Da frägt man sich doch, ob man es nicht lieber sein lassen sollte mit dem Planen und Ausdenken von Bilderbuchgeschichten. Damit meine ich natürlich auch nicht, dass man sich einfach darauf verlassen kann, dass Dinge irgendwann einfach so vom Himmel fallen und einem direkt in die Hände… Man muss schon gewisse Turbinen ankurbeln, um andere in Bewegung zu setzen. Aber sich einfach mal überraschen zu lassen vom Leben. Ist das nicht sowieso ständig so? Dass Dinge passieren, mit denen man überhaupt nicht gerechnet hat. Und sind genau diese nicht die glücklichsten Momente?

Wäre alles voraussehbar, wäre das Leben doch auch langweilig, oder nicht. Vorstellungen, so schön sie auch sein mögen, grenzen uns oft ein und halten uns davon ab, vollkommen urteilsfrei und offen zu sein.

Je freier desto besser richtig, also: Befreiung von zu großen Plänen und Vorstellungen ist der erste Schritt zur Freiheit.

John Lennon hat meine Gedanken damals in nur wenige Worte zusammengefasst:

„Das Leben ist, was passiert, während wir eifrig dabei sind, andere Pläne zu machen.

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 B.

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