Nur ein Versuch.

Ich schließe meine Augen. Und lasse mich ein auf was auch immer kommen wird. Lasse mich treiben. Es ist ein Zeichen meines Vertrauens. Es ist Loslassen. Loslassen von falschen Blicken, von falschen Bildern.

Von allem, was Gefahr laufen könnte, das Licht zu trüben. Dein Licht.

Das Licht, das von innen heraus scheint. Das einzig ehrliche Licht.

Ich spüre deinen Blick auf mir lasten. Halte dennoch meine Augen geschlossen. Ich spüre deinen Atem auf meiner Haut. Dein heißer, lauter Atem, der immer näher kommt. Ein Annäherungsversuch.

Ich spüre wie sich deine Lippen in meine Wangen brennen, die Wärme durchflutet meinen ganzen Körper. Die Zärtlichkeit, die mir ein Gefühl von Heimat gibt. Bei dir fühle ich mich Zuhause. Und doch so weit weg von Allem. So weit weg von aller Realität und dem Ernst des Lebens.

So nah an Allem, was ich mir jemals erhofft habe.

Jetzt will ich dich doch ansehen. Ich will sehen, mit welchen Augen du mich ansiehst. Ich blinzle mit meinem linken Auge, das rechte will einfach nie. Und sehe direkt in das tiefe, vertraute Braun deiner Augen. Ein Blick in die Seele vielleicht. Ein Lächeln, ein echtes.

Und ein schweres Aufatmen, kurz bevor du einschläfst und mir entweichst…

Ich kann nicht schlafen, du hältst mich davon ab. Meine Unersättlichkeit hält mich davon ab. Ich will dich sehen, hören, fühlen…

Du drehst dich um, drehst dich weg. Kehrst mir den Rücken zu, wendest dich ab. Es ist beinahe verletzend, deinen Rücken vor mir zu haben.

Es ist so abwendend.

Und so zuwendend, wenn du dein Gesicht wieder zu mir drehst.

Du sagst, du schläfst so besser. Wie absurd Gedanken doch sein können.

Und wie meine einfach nie damit aufhören können, immer eine Begründung für Etwas zu suchen. Scheinbar ein Geheimgang.

Ich bin eben empfindlich. Vor allem, wenn es um Dich geht.

Das ist nur ein Versuch. Ein Experiment, kein Beleg.

Ein Versuch, in Worte zu fassen, was ich für Dich empfinde.

howpretty

Mydarlingetmoi

B.☆

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Reise in die Stadt der Träume. ☆

Tossa de Mar- hier findet jede verträumte Prinzessin ihr Zuhause.

Durch die Straßen Tossas zu laufen, war für mich, als würde ich durch meine eigenen Träume wandeln.

Eine wunderschöne kleine Altstadt, traumhaft enge Gassen an jeder Ecke, Bilderbuch- Cafés, süße Shops, und ganz am Ende steht eine atemberaubend gut erhaltene Burg. Am Zipfel des Städtchens, in das Meer ragend.

Von der Burg aus wird dir der Atem von türkisblauem Meer, tiefen Schluchten und unendlicher Weite geraubt.

 

Es war ein nicht so traumhafter Tag, als mein Freund und ich uns dazu entschlossen haben, von unserem Camp „Canyelles“ in das nur 5 Kilometer entfernte „Tossa de Mar“ zu fahren.

Wir wussten anfangs nicht so Recht, was wir anfangen sollten, mit diesem grauen, von Wolken durchzogenen Tag, somit konnte alles nur besser werden. Um eine Stadt anzuschauen war das Wetter dann aber doch noch gut genug, und so packten wir unsere Siebensachen und machten uns auf den Weg. Wow- es war ein wirklich hübscher Weg bis dahin aber was uns dann erwartete war noch so viel schöner!

Die Stadt liegt hinter einem Hügel versteckt und macht die Abfahrt dadurch so wunderbar aufregend.

Ich war wirklich sprachlos von dieser verschlafenen und doch so lebhaften Stadt, die mehr ein Dorf ist. Schon der touristische Teil gefiel mir sehr gut, einfach weil der Charme geblieben ist. Tossa de Mar ist sehr bunt- bunte Blumen, Palmen, Menschen. Mir hat es gefallen, die vielen Leute so aus dem Auto heraus beobachten zu können, und es schien mir so, als ob die Einwohner das auch ganz gerne täten.

Einfach still und regungslos das Treiben beobachten.

Sie sind, wie ihre Stadt: so wundervoll verträumt.

Die sitzen nämlich sehr gerne am Fenster oder ihrem Eingangstreppchen, und schauen einfach nur. Oder sie halten ihre Schwätzchen, bei denen sie alles Andere um sich herum ausblenden. Auf der Suche nach einer Parklücke haben sich mein Freund und ich mal in eine wirklich sehr schmale Einbahnstraße verirrt.

Mitten drin stand dann irgendwann einfach ein Auto abgestellt, die Fahrer draußen, leidenschaftlich laut mit einem Anwohner plaudernd. Wir haben uns wirklich geärgert, weil sie sich scheinbar nicht an uns zu stören schienen. Und mein Freund hat kein mäuschenstilles Energiesparauto. Ungelogen: es hat mindestens eine Viertelstunde gebraucht, bis sie uns bemerkten, und ihre Auto endlich in Bewegung setzten- mit einem bedenkenlosen Entgegenstrahlen!!!

Als hätten sie alle Zeit der Welt. Und als hätten wie sie.

Aber die hatten wir nicht, denn wir hatten ja noch so viel zu erkunden!

Danach nie wieder. Wir sind von diesem Tag an immer zum gleichen, teuren Parkplatz gefahren…

Die Zeit verflog wirklich regelrecht- wurde uns mit einem Blick auf unsere unmenschlich hohen Parkgebühren klar.

Aber man muss sich diesem Ort einfach anpassen, und sich alle der Zeit der Welt lassen. Beim Laufen, Eis essen und auch beim Fotos schießen…

Zeitlos sein und vor sich hin träumen. Sonst gelingt das Mittelalter- Feeling auch gar nicht!

In meinem Leben habe ich noch nie so eine eindrucksvolle Burg gesehen.

Sie ist wunderschön. Und so wunderschön erhalten. Und sie liegt direkt am Meer! Von ganz viel Grün, Bunt, und eben Blau umgeben.

Nicht zu vergessen all diese engen, kleinen Gassen, in denen sich ebenso süße Souvenir- Shops verstecken. Jedes Steinhäuschen hat diese herzigen, hölzernen, farbigen Fensterläden mit roten Geranien davor- wie aus dem Bilderbuch! Die steilen Gassen sind durchgängig aufwändig gepflastert.

Hinter jeder Ecke verbirgt sich Zeitlosigkeit und pure Schönheit.

Alles ist so klein und niedlich, in jeder Eisdiele will ich ein Eis essen, immer Stracciatella, jedes einzelne Geschäft will ich feinsäuberlich auseinander nehmen, und romantische Restaurants gibt es hier sowieso viel zu viele.

Unbedingt erwähnenswert ist es außerdem, einen Besuch in das Ledergeschäft zu wagen. Denn dort sind die Preise nicht jenseits von Gut und Böse wie man es gewohnt ist, sondern erstaunlich erschwinglich!

Von jedem Flecken der Burg aus hat man einen grandiosen Blick auf das unendlich weite, stille, tiefblaue Meer. Das liegt daran, dass die Burg und die angrenzende Altstadt auf einer Landzunge sitzen. So märchenhaft schön. Wie wirklich Alles. Die kleine Bucht „Platja d’es Codolar“an der hinteren Seite der Burg ist übrigens ein wahrer Geheim- Schnorchel- Tipp! Obwohl Felix und ich an vielen Stränden waren, wurden alle von dieser türkisblauen Bucht eingeholt. Man kann auf den riesigen, flachen, so schön aufgewärmten Steinen liegen und um die Vielfalt an den hübschen Fischen zu sehen, muss man gar nicht in die unheimliche Weite schwimmen. Highlight unseres Schnorchel- Abenteuers war eine majestätische schwarz- goldene (eigentlich ja eklig gruselige) Moräne, die ich vor lauter Aufregung aus Versehen als „Hyäne“ bezeichnet habe…upsi!

Diesen doch noch perfekt gelungenen Tag in Tossa haben wir beide mit einem romantischen Dinner in der Altstadt abgerundet. Die Auswahl war wirklich riesig, aber unser Hunger ebenfalls, und der hat uns nach einer Viertelstunde nicht noch weiter suchen lassen. Geendet sind wir bei einem sehr netten Restaurant, zuvorkommendem Personal, hervorragendem Fisch und einem Glas selbstgemachtem Sangria.

So viele schöne Erinnerungen habe ich an keine andere Stadt auf der Welt- allein schon wegen der Millionen Bilder. Von Pflastersteinen, Gassen, Fensterläden, Treppen, Burgrelikten. Von mir und meinem Freund.

Auch jetzt noch, Monate später, denke ich so oft und gerne an meine Traumstadt zurück und so bin ich- nur bei dem Gedanken daran- Zeitlos.

Und inmitten meiner Kindheitsträume.

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                                                                                                                                 B.☆

Von Rosen und Sumpfdotterblumen.

„Wer sich viel vornimmt, dem kann auch viel misslingen.“ -Mark Twain

Pläne schmieden- nicht meine Stärke.

Wie oft sehen wir Potential für Veränderung im Alltag.

Oder wie oft haben wir Dinge vor Augen, die wir uns sehnsüchtig herbeiwünschen.

Wie oft planen wir diese Dinge Wochen und Monate im Voraus. Dafür wird in vielen Fällen ein detaillierter, strukturierter und scheinbar konstruktiver Plan herbeigezaubert, an den wir versuchen uns möglichst diszipliniert zu halten. Und wie oft sind dann genau diese Pläne unerledigt in den Mülleimer gewandert…

An was das wohl liegt? Meist driftet man mit seiner Vorstellungskraft doch ein bisschen ab – auf meiner To- do Liste steht seit Monaten schon: Eine neue Speicherkarte für mein Handy anlegen.

Wahrscheinlich würden 99% meiner engen Freunde darauf tippen, dass ich immer noch jedes Mal, wenn ich ein Bild schießen will, von neuem feststelle, dass da doch gar kein Platz vorhanden ist.

Oft neigt man dazu, über seine eigenen Grenzen hinaus schießen zu wollen und sich unrealistische Ziele zu setzen, weil man es dann doch zu gut meint mit seinen revolutionären Gedanken…

Allbekannt ist es taktisch klüger, die Messlatte ein wenig niedriger zu setzen, sodass sie für einen einfacherer erreichbar ist. Denn wie groß ist die Enttäuschung, wenn das, was doch mit so viel Mühe und Zeitaufwand ausgeklügelt wurde, nicht eintrifft!

Kennt ihr das, wenn man sich umso mehr gegen jene Dinge sträubt, die doch so sehr von einem erwartet werden?

Erwartungen sind immer mit zwei Dingen verbunden: Druck, und Angst davor, man könne die Erwartungen anderer oder auch welche man sich selbst anmaßt, nicht erfüllen. Ständige Erinnerungen nerviger Mütter oder auch nicht das Heben des Lautstärkenpegels ist da ein Heilmittel.

Welchen Weg ich bevorzuge? Situationen, die ich selbst auch will. Und zwar in genau diesem und keinem anderen Moment.

Und Dinge von denen ich weiß, dass wenn ich sie im Jetzt erledige, sie in der Zukunft etwas verändern werden. Somit dienen diese, so klein sie auch zu diesem Zeitpunkt erscheinen mögen, etwas Größerem, auf das man sich langsam hin arbeiten will. Und wo man ein Ziel hat vor Augen, da auch ein Weg, richtig?

Also: sich mit kleinen Schritten auf das große Ziel herantasten, statt sich mit Riesenschritten auf eine Riesenkatastrophe zuzubewegen.

Somit habe ich mittlerweile nicht nur eine To- do Liste auf meinem Schreibtisch, sondern auch noch eine extra angelegte Liste in meiner Handtasche. Damit erhoffe ich mir, dass wenn ich die Liste vor Ort sehe, sich mir die Möglichkeit bietet, einen Besuch in einem Handyshop zu wagen.

Vieles erwartet man aber nicht nur von sich selbst in Übermaßen, sondern auch von anderen erwartet man oft zu viel. Werden deine Ideale von anderen Seiten nicht im gleichen Maße hochgeschätzt, gilt das als moralischen Verstoß, richtig?

Auch was Freunde und sogar potentielle Partner angeht, kann ich mein unglückliches Planen oft nicht sein lassen. Eigentlich immer schleicht sich da eine dumme Idee in mein Hinterkopf, lässt sich da nieder, und macht von da aus auch kein Platz für Andere. So schöne Vorstellungen, die ich mir da ausmale, und oft so hässliche Ausgangssituationen, bei denen es mir im Nachhinein noch graut. Bekommt man statt den romantischen Rosen dann halt doch nur Sumpfdotterblumen schlägt sich da bei solch einem Misslingen auch schon die Enttäuschung in großem Bande breit. Denn es entspricht ja nicht meinen „Bilderbuch- Ausmalungen“ …

Tja, so leider oft mein unerquickliches Denkschema. Da frägt man sich doch, ob man es nicht lieber sein lassen sollte mit dem Planen und Ausdenken von Bilderbuchgeschichten. Damit meine ich natürlich auch nicht, dass man sich einfach darauf verlassen kann, dass Dinge irgendwann einfach so vom Himmel fallen und einem direkt in die Hände… Man muss schon gewisse Turbinen ankurbeln, um andere in Bewegung zu setzen. Aber sich einfach mal überraschen zu lassen vom Leben. Ist das nicht sowieso ständig so? Dass Dinge passieren, mit denen man überhaupt nicht gerechnet hat. Und sind genau diese nicht die glücklichsten Momente?

Wäre alles voraussehbar, wäre das Leben doch auch langweilig, oder nicht. Vorstellungen, so schön sie auch sein mögen, grenzen uns oft ein und halten uns davon ab, vollkommen urteilsfrei und offen zu sein.

Je freier desto besser richtig, also: Befreiung von zu großen Plänen und Vorstellungen ist der erste Schritt zur Freiheit.

John Lennon hat meine Gedanken damals in nur wenige Worte zusammengefasst:

„Das Leben ist, was passiert, während wir eifrig dabei sind, andere Pläne zu machen.

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 B.

Cape Farewell und die Villa Kunterbunt.

„Man vergisst alles um sich herum, wenn man sich an diesen wunderschönen, verlassenen, überwältigenden Orten befindet. 26.02.14

Irgendwo im Nirgendwo.

Irgendwo, verlassen, zwischen Wald, hellgrasgrüner Hügellandschaft und wilder Westküste, findet man Wharariki Beach, das sich im am nördlichsten Punkt der Südinsel Neuseelands, dem Cape Farewell, befindet.

Allbekannt und berühmt ist jener Aussichtspunkt, der am nördlichsten Zipfel der Südinsel liegt. Tagtäglich fahren Busse, vollgepackt mit Touristen aller Welt, zu genau diesem Flecken der wunderschönen ‚Golden Bay‘. Das erste Bild das bei Google erscheint, tippt man ‚Cape Farewell‘ in seinen Computer ein, ist, wovon ich rede: Der in das unruhige Meer ragende Felsen, mit dem Loch in der Mitte, das an einen Torbogen erinnert.

‚Was für ein wilder, verlassener und ungestörter Ort, denke ich erst, bis ich dann schon von dem ersten Touristenbus überrumpelt werde. ‚Was für ein hässlicher Bus in dieser traumhaften Landschaft schießt mir als nächstes in den Kopf. Raus drängen sich klischeehafte Bilder von Touristen: Überlebensausrüstung mit 360° Sonnenschutz und einer Kamera, die sie selbst kaum tragen können. Eilen dann hin zu der berüchtigten Attraktion als gäbe es kein Morgen mehr und scheinen keinen einzigen Moment ihrem Auge zu widmen, aber der Linse ihrer Kamera.

Sie schießen ihre ersehnten Fotos und weiter gehts… Erste Attraktion abgehakt.

Da frage ich mich, wie man denn überhaupt irgendetwas von einem Platz mitnehmen kann, wenn man nicht einmal fünf Minuten aufbringen kann, weil man schon wieder gleich zur nächsten Attraktion huschen muss… Da haben meine Reisetruppe und ich ein bisschen mehr Flexibilität mit unserem eigenen Camper und so können wir uns dazu entschieden, ein paar Tage dort oben zu verbringen.

Durch puren Zufall landen wir am wohl traumhaftesten Ort der Erde. Inmitten der unzähligen, grellgrünen, von den Schafen weiß befleckten Grashügeln Neuseelands- wie am Ende der Welt, abgeschottet von dem Stress und Lärm der Stadt. Wohin der Blick auch wandert, da ist nur das reine, beruhigende Grün, der scheinbar ‚kahl geschorenen Hügel‘. Wir übernachten in einem Camp, das mich an die Villa Kunterbunt der Pippi Langstrumpf erinnert- wilde Pfauen und andere Arten wilder Vögel, hunderte von Schafe, und Pferde, die unbekümmert frei über das Gelände marschieren. Oft einmal kommt es da vor, dass man von dem ein oder anderen Tier überrascht wird- auf der Veranda am Sonnen, in der Küche beim Kochen oder sogar beim Kaffee trinken, in dem süßesten Café der Welt. Noch nie bin ich an so einem eigenartigen aber wundervollen Platz gelandet. Das Café ist wie eine Art „Wichtelwald“- alles klein, praktisch, süß! Das eigentliche Café ist in einem ausgebauten Camper wagen und das Gelände herum ausgestattet mit einfachen Holztischchen, kleinen Hockern und klassischer Musik, die aus dem kleinen Hausgärtchen schallt. Allgemein mit wenig Aufwand betrieben, dafür aber mit umso mehr Herz.

Von dort aus starten dann verschiedenste Spazier- und Wanderwege ins Ungewisse. Ohne große Erwartungen stürzen wir uns in eins von den Abenteuern und werden von nichts anderem als purer Schönheit der Natur erwartet. Der so gar nicht touristenausgerichtete Weg verläuft über Hügel und Wiesen weidender Schafe, durch Busch über Stock und Stein hin zu womit man dort am Wenigsten gerechnet hätte- riesige, weiße, windige Sanddünen und dahinter wilde, raue Küstenlandschaft mit Klippen, Höhlen und ‚gestrandeten‘ Felsinseln. Ein überwältigendes Bild. Die Landschaft sieht so unwirklich schön und unberührt aus, dass man meinen könnte, sie wäre ‚ausgesetzt worden‘.

Die Sanddünen haben Etwas, in dem man sich gerne Verlieren will; sie sehen nach bedingungsloser Freiheit aus. Da ist keine Menschenseele weit und breit, nicht einmal Fußspuren kann ich in dem feinen Sand erkennen, da ist nur der Wind, der über die Dünen fegt wie ein Tornado und jegliche Klänge verstummen lässt.

Ich will alles einsaugen: die Luft, die Ruhe, den Sand, das Wasser, die Freiheit Ich lasse los- von allem; und renne. Kleinste Sandkörner fliegen um mich herum wie Dunst und vernebeln die Traumlandschaft. Ich renne bis zum Wasser und beobachte wie wuchtig die Wellen vom Wind an die Klippen peitschen.

Es hat etwas bedrohliches, und man will nicht unbedingt ins Wasser hüpfen, aber es hat auch etwas Befreiendes.

Der Strand sieht ein bisschen aus wie ein großes Labyrinth- so viele Felsbrocken, Höhlen und Geheimwege, denen man folgen will. Es ist als lauere hinter jeder Felswand ein anderes Geheimnis. Ich sehe seltsame Wischspuren im Sand, die mich hin zu einer großen Pfütze vor einer Höhle führen. Was ich in der Pfütze sehe, kann ich nicht glauben- Babyrobben, die friedlich vor sich hin planschen. Sie sind nicht scheu, eher neugierig, und kommen erstaunlich nahe. Ich sitze da Ewigkeiten und beobachte, wie die kleinen Kreaturen miteinander spielen und das Leben genießen. Bis ich dann sehe, wie sich etwas Größeres anschleicht. Es ist die Mutter und die ist ganz und gar nicht über den Besuch erfreut, und wird gleich mal laut! Beschützerisch drängt sie sich vor ihre Babys und spricht böse Worte mit mir. Ich will noch eine gute Aufnahme, aber dann lasse ich der Familie lieber ihren Frieden und gehe weiter. Ich könnte noch Ewigkeiten damit verbringen, auf einer Düne zu sitzen und das Meer zu beobachten, aber der Wind peitscht auch mir um die Ohren und ich weiß es ist Zeit, mich von diesem magischen Ort zu verabschieden.

Mit unzähligen Blicken zurück auf dieses Naturspektakel begebe ich mich auf den Weg, Richtung Realität. Und verstehe, warum der Kapitän James Cook dieser Landzunge damals den Namen ‚Abschied‘ gab: Cape Farewell ist ein Flecken, an dem man einsam sein möchte –und loslassen will von sämtlichen Ballasten, die man mit sich rumträgt. Ich kann mir keinen schöneren Ort vorstellen, um Abschied zu nehmen.

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B.☆

Genug und ein bisschen mehr.

Der Anfang ist schwer. Wie alle es sind.

An – fang. Was soll gefangen werden? Freunde?

Wäre schon einmal ein Anfang jedenfalls.

Fangen würde ich mir gerne so vieles hier. Fangen kann man eigentlich alles, das man nur will. Ich will mir einen Hund, einen guten Start in mein Studium, und das Café YO am Brüsseler Platz fangen.

Manchmal will ich noch so viel mehr fangen, vielleicht manchmal zu viel des Guten. Und zu viel ist doch nie wirklich gut…

Zu wenig leider auch nicht. Aber genug ist in jedem Fall gut.

Genug von Allem. Und von Allem ein Bisschen. Der Optimalfall.

Viel zu spät weiß ich, dass ich vorher genug von Allem hatte, und sogar noch ein bisschen mehr. Das Blöde ist doch, dass man immer erst dann, wenn man zu wenig hat, merkt, dass man vorher genug hatte. Oder sogar manchmal ein bisschen mehr.

Wie soll ich denn auch wissen, was ich habe. Mit wem soll man sich denn vergleichen? Etwa mit Menschen, die nichts von Allem haben, oder mit denen, die von allem ein bisschen zu viel haben?

Am Besten mit Niemandem. Vielleicht sollte man sich mit sich selbst vergleichen. Manchmal mache ich das. Ich schaue, wie mein Anfang in Neuseeland war, und wie mein Ende. Ich vergleiche mich jetzt mit damals, als ich auf eine neue Schule gewechselt habe. Und ich merke, dass sich nichts verändert hat. Aufregung. Ungewissheit. Ein bisschen Angst- und ein bisschen Vorfreude. Ein bisschen von Allem. Und vielleicht sogar ein wenig Mehr.

Der Anfang ist schwer. Wie alle es sind.

huf

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B.☆